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Das Archiv

Fotografien von Alice O'Swald-Ruperti

Die Bilder von Alice O’Swald-Ruperti werden heute verwaltet von ihrem Enkel Nicolai O’Swald

Gemeinsam auf Fototour
durch Hamburg

Ihre Fotografien haben ihn sein Leben lang begleitet. Das Haus in Blankenese am Mühlenberg, in dem Nicolai O’Swald, Jahrgang 1962, aufgewachsen ist, würde man heute ein Mehrgenerationenhaus nennen. Dort lebte in seiner Kindheit und Jugend auch die Großmutter Alice O’Swald-Ruperti. Er hat viel Zeit mit ihr verbracht, nannte sie liebevoll „Babi“ – abgeleitet von dem russischen Wort für Oma: „Babuschka“ –, beschreibt sie als selbstbewusste Persönlichkeit, optimistisch und fröhlich. Und er hat gern Zeit mit ihr verbracht, hat sie schon als Fünfjähriger in ihrem VW-Käfer auf ihren Fototouren durch Hamburg begleitet. Der Käfer sollte später, nach dem Tod der Großmutter, sein erstes eigenes Auto werden – das war, als Alice nicht mehr selbst fahren konnte, da sie im hohen Alter an Demenz erkrankte.

Nachkriegsbilder als prägende Kindheitserinnerung

Von klein auf haben die Fotos seiner Großmutter bei Nicolai einen Eindruck hinterlassen: „Zu Hause gab es ein Album mit ihren Nachkriegsbildern, das habe ich im Alter von elf, zwölf oft angesehen. Besonders die Gesichter der abgebildeten Menschen haben sich sehr bei mir eingeprägt“, sagt er. In seiner Jugend hat er sich dann eine Spiegelreflexkamera angeschafft und selbst mit dem Fotografieren experimentiert; gemeinsam mit einem Freund richtet er eine Dunkelkammer ein und entwickelt seine Bilder in Eigenregie. Die Fotografie spielt eine wichtige Rolle in seinem Leben, gerät aber im Laufe der Tischler-Ausbildung, des Studiums und der ersten beruflichen Stationen aus dem Fokus. Er wird Architekt.

Der Enkel übernimmt das Archiv

Mit dem Tod von Alice O’Swald-Ruperti im Jahr 1989 geraten ihre Bilder zunächst in den Hintergrund. Das Archiv erbt der Sohn Hans, der es fast verkauft hätte, es 2012 schließlich an seinen Sohn Nicolai übergibt. „Welch einen Schatz ich da verwalte, das habe ich erst im Laufe der Zeit erkannt“, sagt Nicolai. Ende der Zehnerjahre nimmt er sich die Zeit, das umfangreiche Archiv seiner Großmutter – es sind Tausende Negative und Abzüge, viele davon bislang unveröffentlicht – zu sichten. Er lässt ihre Bilder im ersten Schritt von den Elbe Werkstätten digitalisieren. Seine Idee, die Werke seiner Großmutter zu veröffentlichen und mehr Menschen zugänglich zu machen, nimmt langsam Gestalt an. Anfang 2017 erscheint ein Artikel auf SPIEGEL.de über die Hamburg-Chronistin. Eine erste Ausstellung der Werke, die im Rahmen ihrer Reise ins finnische Valamo entstanden sind, findet Anfang 2026 in Hannover im inklusiven gemeinnützigen Café Anna Blume statt, in dem Nicolai Mitgesellschafter ist.

Über Rückmeldungen,  Anregungen oder Fragen zur Kooperation, Nutzung und Lizensierung würde sich Nicolai O’Swald sehr freuen.

© Nicolai O'Swald